Jeden Winter, während Nordeuropa in der Halle trainiert, erreicht Lanzarote eine stille Wanderung: Radfahrer, Triathleten, Läufer und Schwimmer, die wegen eines Klimas kommen, das nie richtig kalt wird, und wegen einer Landschaft, die sich weigert, irgendetwas leicht zu machen.
Der Grund ist der Wind. Die Passatwinde, die die Insel kühlen, machen aus jeder Ausfahrt Widerstandsarbeit, und im vulkanischen Gelände bleibt es nie lange flach. Der Ironman von Lanzarote, seit Anfang der 1990er-Jahre ausgetragen, hat sich weltweit den Ruf erarbeitet, eines der härtesten Rennen im Rennkalender zu sein — nicht wegen Hitze oder Distanz, sondern wegen des Windes und der Höhenmeter. Ihn zu finishen bedeutet in Triathlonkreisen etwas.
Vieles davon kreist um Club La Santa an der Nordwestküste: eine Sportanlage rund um eine Salzwasserlagune, deren Einrichtungen Nationalmannschaften und Amateurvereine aus ganz Europa zu Wintertrainingslagern anziehen. Drumherum ist die Insel ganz leise zu einem Freiluft-Fitnessstudio für das ganze Jahr geworden. Strecken wie der Anstieg zum Mirador del Río oder die Fahrt durch die Feuerberge stehen auf der Wunschliste ernsthafter Radfahrer. Trailläufer haben Vulkane zum Umrunden. Freiwasserschwimmer haben Buchten, in denen sich das ganze Jahr über schwimmen lässt.
Die Wassersportarten brauchen keine Vorstellung. Famara ist einer der besten Orte Europas, um Surfen zu lernen: Schulen setzen Anfänger in den Schaum, während erfahrene Surfer die Riffe abarbeiten. Die Ostküste bei Costa Teguise ist dank ungewöhnlich beständiger Winde eine feste Größe fürs Windsurfen und Kitesurfen. Taucher finden vulkanische Steilwände, Höhlen und ein Unterwassermuseum. Kajaks und Stand-up-Paddler ziehen ihre Linien entlang der ruhigeren Südküste.
Man muss für all das kein Sportler sein. Dieselben Bedingungen, unter denen Profis im Januar hart trainieren, lassen jeden anderen an einem beliebigen Dienstag etwas Neues probieren: eine erste Surfstunde, einen ersten Tauchgang, ein Rad für den Nachmittag, eine Wanderung auf einen Krater bei Sonnenuntergang.
Die Insel hat einen alten Vorteil, den kein Marketing erfinden kann — mitten im Winter ist es draußen immer noch warm, und der Wind weht immer noch.
